Samstag, 1. Oktober 2016

Zu Besuch in Nürnberg's schönstem Garten (Teil 1) - Visit to Nuremberg's most beautiful garden (part 1)

Das ist für mich der ...
That's for me the ...


...Nürnberger Tiergarten
....Nuremberg Zoo


Er befindet sich am Rande von Nürnberg im Lorenzer Reichswald. Schmausenbuck heißt die Gegend dort. Noch immer kann man  mit der Straßenbahn vom Nürnberger Hauptbahnhof aus (die Linie weiß ich leider nicht mehr) - ganz romantisch nach oben fahren. Für Autofahrer gibt es Parkplätze en masse.  Selbst, wenn es für Parkplatzsuchende manchmal so ausssieht, als ob der Tiergärten völlig überfüllt ist, spätestens nach der Delphinlagune verteilen sich die Menschen! 
It is located on the edge of Nuremberg in the Lorenzer Reichswald (forest). Schmausenbuck is the name of the area. It is still possible to travel up there romantically from the Nuremberg main station with a street car (unfortunately I don't remember the number). There are plenty of parking spaces for car drivers. Even when the parking area of the zoo appears to be competely full, people distribute themselves at the latest after the dolphin lagoon.

Der Nürnberger Tiergarten  (Link)  ist ein 65 ha großer Landschaftszoo und beschreibt sich selbst als "weitläufige Waldparkanlage mit altem Baumbestand sowie idyllischem Auen- und Weiherlandschaften und beeindruckenden Felsenformationen als Lebensraum für Steinböcke, Tiger und Eisbären."
The Nuremberg Zoo (link)  is a 65 ha Natural Zoo  and describes itself "as a large encompassing forest with mature tree population as well as idyllic meadow and pond landscapes and impressive rock formations as a living habitat for capricorns, tigers and polar bears."

An einem der letzten warmen Sommertage hatten wir die Idee dem Tiergarten einen längst überfälligen Besuch abzustatten. Und entdeckten dann einiges Neues.
On one of the last warm summer days we had the idea to make a long overdue visit of the zoo. And discovered many new things.

So streift Homo sapiens an diesem, wirklich warmen, Sommertag, mit Sack und Pack, Kind und Kegel, einzeln, paarweise oder in Familiengruppen, mit Kameras mit und ohne Stativ, stets auf der Suche nach Ess- und Trinkbarem durch die Landschaft und bringt so weite Strecken hinter sich. 
On this really warm summer day, homo sapiens trek with kit and caboodle, single, as a pair, or as a family group, with cameras with and without camera stands, constantly searching for edibles and drinkables, through the landscape and cover a lot of ground.

Die Tiere indessen machen sich's je nach ihrer Art gemütlich. Vertreiben sich die Zeit - an diesem warmen Sommertag -  mit Schlafen, Herumlümmeln, dem Fressen oder Warten darauf; vertreiben sich die Zeit, allein, paarweise oder im Familienverband, sind flatterhaft, auch teils schwer beschäftigt, betreiben tierische Konversation oder zeigen ihre Kunst beim Schwimmen.
The animals depending on their species make themsleves comfortable. Kill the time - on this warm summer day - with sleep, hanging around, feeding or waiting to be fed; kill the time as singles, as a pair  or in a family clan, are flighty, also sometimes very busy, demonstrate animal conversation or show artistic swimming.

Da frage ich mich doch dann bald, wer eigentlich hier der Zaungast ist?
I soon have to ask myself, who is actually the spectator here?

To all English readers: The following verses from the German poet Eugen Roth regarding animal life is difficult to translate and therefore I have left it in its original form.



"Zum schönsten wohl, was Gott geschaffen,
Zählt man von jeher die Giraffen.
Der Forscher nennt sie ein Gedicht,
Wenn sie im weißen Tropenlicht
Still stehn, bei einer Schirm-Akazie,
Ein Bild voll wunderbarer Grazie.
Zwei Meter zwanzig sind sie lang,
Ein plumper Paß ist oft ihr Gang.
Doch wenn sie in Galopp sich setzen,
Kann sie ein Rennpferd kaum erhetzen...."
aus: Eugen Roth's Tierleben




Die Erdmännchen und Fuchsmangusten sind Raubtiere und miteinander verwandt. Hier teilen sie sich eine großzügige WG. Beide sind tagaktiv und schlafen nachts in ihren Höhlen. Gut, dass ich die nicht in meinem Garten habe!
The ground dweller and the mongoose are related to the predators. Here they share a generous living community. They are both active by day and sleep at night in their caves. It's a good thing I don't have them in my garden!
Erdmännchen auf der Hut


Fuchsmangusten: Zu Dritt lümmelt's sich am besten


Im Manatihaus

 "Kaum gibt es lieblichere Dinge
Auf Erden, als die Schmetterlinge!
...
Sie sind, beflügelt, reine Engel,
Sie sind wie Blumen ohne Stengel,
Sie sind betrunken nur von Wonne,
Sie sind die Lieblinge der Sonne,
Sie sind das Gleichnis schöner Seelen,
Die aus dem Irdischen sich schälen -
Kurz, sie sind beinah nicht mehr tierisch,
Und wer von ihnen spricht, tut's lyrisch.
...
Die kommen ohne viel Geräusch.
Des Tages Liebelei'n sind keusch;
Doch in den Nächten, in den schwülen,
Kommt's auch zu wilderen Gefühlen:
Violen, Geißblatt und Liguster
Sind wahrlich keine Tugendmuster.
Sie lieben sinnlicher und wärmer
Es schwirrn die lustbetrunknen Schwärmer
Und wenn die ihre Küsse trinken,
Dann duften sie, dass sie fast stinken." 
aus Eugen Roth's Tierleben







"Wo Leute durcheinander laufen,
Spricht man von einem Ameishaufen.
Das stimmt nicht ganz: denn recht genau
Kennt solch ein Ameis Weg und Bau,
Und sinnlos scheint uns Menschen nur
Der tiefe Sinn in der Natur.
...
Nun ist die Arbeitswut der Emsen
Auf keine Weise mehr zu bremsen;
Wie wenn sie ihn erfunden hätten,
Den Spruch:"Nur Arbeit kann uns retten!"
Von Kunst und Bildung, von Kultur,
Zeigt sich bei Ihnen keine Spur
Und was bei ihnen geistig heißt,
Ist eben nur: Ameisengeist...."
aus Eugen Roth's Tierleben      





Delphinlagune

"Delphine sieht man, mit dem Schnabel,
Und oft auch mit der Dreizackgabel
Neptuns - dem dieser Fisch geweiht -
Auf Städte-Münzen früher Zeit,
Von Delphi etwa - nicht von Husum.
Hingegen: "in Delphini usum"
Schlag nach -'s ist zu erklären schwierig -
Im Lexikon, wer drauf begierig...."
aus Eugen Roth's Tierleben








"Spieglein, Spieglein an der Wand...." Das Seepferdchen ist nicht schüchtern und stellt sich sofort hinter der Aquarium-Glasscheibe für mich in Positur.
"Mirror, mirror on the wall..." The sea horse is not shy and poses immediatley for me behind the aquarium glass.

 

Aquapark

Wer macht denn hier den größten Lärm - im Aquapark?  Lautstark kommunizieren sie miteinander. Oder ist etwa nur einer der größte Schreihals - bei den Seelöwen?
Who is making the loudest noise - in the aquapark? Loudly they communicate with each other. Or is only one of them a big mouth - amongst the sea lions? 




"Der Eisbär haust am kalten Pol:
Und ohne allen Alkohol! -
Dem alten Seebärn andrerseits
Ist Alkohol der höchste Reiz,
Vom Nordpol bis zum Spitz des Kaps
Trinkt er bei Kält und Hitze Schnaps.
Doch beide gehn aufs Land zum Tanzen
Und auch, um sich dort fortzupflanzen. -
Die Bärin, winters fern dem Gatten,
Wirft Junge, winzig fast wie Ratten.
Eisbären, wenn verreisen wollen,
Besteigen einfach Treibeisschollen
Und stechen, also eingeschifft,
Ins weite Nordmeer mit der Drift.
Doch schwimmt auch gut und geht zu Fuß
Oft weit Ursus maritimus,
Obwohl er manchmal nicht recht weiß:
Wohin gehn in dem ewigen Eis?..." 
aus Eugen Roth's Tierleben




"Der Storch - wie könnt es anders sein,
Stellt sich bei so viel Vögeln ein.
Er darf schon fast als Haustier gelten;
Als Hausfreund kommt er gar nicht selten.
Er mißt im Stehen wie im Gehn
Durchschnittlich einen Meter zehn,
Der Storch und schlüge man ihn tot,
Schwört auf die Farben: Schwarz-weiß-rot,
woraus ein jeder leicht ermißt,
Daß er ein deutscher Vogel ist.
Einst war in Deutschland nicht so rar
Wie heutzutag Freund Adebar,
Von dem selbst der Erwachsne dachte:
Er wär es, der die Kinder brachte.
Was für ein fröhliches Gehorch,
Wenn's hieß im Lenz: "Der erste Storch!"
Allmählich kam man doch dahiner:
Wer bringt die Kinder denn im Winter,
Wo breit und weit kein Storchenpärchen?
Man munkelte, es sei ein Märchen
Und es hat nicht mehr lang gewährt,
Da war man schrecklich aufgeklärt,
Und jeder Knirps weiß, was das heißt,
Daß er ins Bein die Mutter beißt.
Nun, die Bemerkung sei erlaubt:
Ich hab noch an den Storch geglaubt!
Und nicht gewußt, schon längst beweibt,
Daß man mit Pillen ihn vertreibt.
...
Der Storch, der selbst nicht singen kann,
Meint deshalb, viel sei nicht daran.
Er klappert laut und plappert klug.
Jedoch vom Storche jetzt genug."
aus Eugen Roth's Tierleben




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