Samstag, 15. Oktober 2016

Zu Besuch in Nürnberg's schönstem Garten (Teil 2) - Visit to Nuremberg's most beautiful garden (part 2)

Von der Delphinlagune aus steigen wir - immer umgeben vom Schatten werfenden Wald - nach oben in Richtung Aquapark. Was danach noch fehlt, ist die Besichtigung der Raubtiere. Was wir auf unserem Weg dorthin sehen, sind Bäume, die in den Nürnberger Burgsandstein bereits hineingewachsen sind.
We started treking from the dolphin lagoon - always surrounded by the vastness of the forest shadows - up in the direction of the aqua park. What is still missing is the visit to the predators. What we see along the path are trees which have already grown in the red sandstone of Nuremberg.




Ist eine andre Geierart.
Im Atlas nachschaun sich nicht lohnt,
Weil er am Atlas selber wohnt.
Im Östreich soll er auch noch horsten.
Sein Barthaar sind nur Stoppelborsten -
Falls jemand meint, sein Haupt umrahm's
Wild wie bei Nietsche oder Brahms.
...
Den Pleitegeier sieht man fliegen
Besonders nach verlornen Kriegen.
Und was an Geiern sonst da haust
Und von dem Aase schmutzig schmaust,
Ist zoologisch schwer zu fassen -
Gut, sich darauf nicht einzulassen...."
aus Eugen Roth's Tierleben




"Den Gepard noch ganz kurz ich nenn,
Sonst meint Ihr, dass ich ihn nicht kenn.
Man schätzt ihn wegen seiner Schnelle
Und jagt mit ihm auf die Gazelle.
Als Autor käm er in Betracht
Weil er so schöne Sätze macht...."
aus Eugen Roth's Tierleben





"Der Tiger wird drei Meter lang.
Mit seinem leisen Katzengang
Ging er noch jüngst vom Amurfluß
Bis weither in den Kaukasus.
Jetzt aber geht, zu unserem Glück,
Der Tiger überall zurück.
In Indien, Vorder- sowie Hinter-,
Und in Sibirien, selbst im Winter,
Wo es doch ganz erbärmlich kalt
Sucht Aufent- er und Unterhalt.
Selbst quergestreift, streift kreuz und quer
Sogar in China er umher,
Und munkelt überall im Dunkeln;
Bengalisch seine Augen funkeln.
Jedoch in Afrika, am Niger
Zum Beispiel, gibt es keine Tiger...."
aus Eugen Roth's Tierleben




Die Raubtier-Außenanlagen befinden sich im Burgsandstein-Steinbruch, aus dem vom Mittelalter bis zur Jahrhundertwende die Steine zum Bau der  Nürnberger Burg, der Stadtmauer und fast der ganzen Innenstadt herausgebrochen wurden.
The grounds of the predators are located in the red sandstone quarry,  which has been the source of the stones used to build the Nuremberg castle, the townwall and nearly the entire downtown area from the middle ages until the turn of the century.




"Der Löwe galt seit langer Zeit
Als Muster wilder Tapferkeit.
Dann wurde durch die neuern Forscher,
Dergleichen Meinung morsch und morscher,
Denn sie erklären frank und frei,
Daß er ein großer Feigling sei,
Der bis zum Herzensgrund erschrickt,
Wenn man ihm fest ins Auge blickt.
Trotzdem, wir wollen nicht vergessen,
Daß er schon manchen aufgefressen
Und tun drum gut dran, wie die Alten,
Für höchst gefährlich ihn zu halten.
Hebt er die Stimme furchterregend,
Im Grimme seinen Schwanz bewegend,
Vor Blutdurst riechend ganz betäubend
Und seine mächtige Mähne sträubend,
Dann wird's - wie's schon beschrieben Schiller -
Im weiten Umkreis still und stiller,
Und jeder denkt von diesem Tier:
"Am Ende will er was von mir!"
Den Christen wie den Muselmann
Kommt heimlich ein Gegrusel an...."
aus Eugen Roth's Tierleben




Zu Tisch bei Zebra, Trampeltier und Kulans

Dinner with zebra, camel and kulans





"Wir mühen uns mit ganzer Seele,
Zu unterscheiden die Kamele,
Und sind uns nie darüber klar:
Was ist Kamel? Was Dromedar?
Und welche Rolle spielt denn hier
Das sogenannnte Trampeltier?
Wir lesen's nach in dicken Schmökern:
Das, was herumläuft mit zwei Höckern
In Asien, fern, bei den Chinesen,
Das ist ein trampeltierisch Wesen,
Doch was, verhältnismäßig nahe,
Einhöckrig lebt in Afrika,
Das wird ein Dromedar genannt,
Gleichwohl sind sie ganz nah verwandt:
Was sie auch, höckrig, unterscheide,
Kamele sind sie alle beide.
Nachdem, durchs Lesen neu bestärkt,
Wir's uns ein halbes Jahr gemerkt,
Beginnt aufs neu das alte Lied:
Vergessen ist der Unterschied,
Bis wir's zuletzt uns nicht verhehlen:
Wir zählen selbst zu den Kamelen!..."
aus Eugen Roth's Tierleben




""Um das Rhinozeros zu sehn,
Beschloß einst Gellert, auszugehn."
So meldet uns ein altes Lied.
Auch heut noch selten man es sieht.
Selbst Goethe, schon den achtzig nah,
Im ganzen Leben keines sah,
Obwohl er sonst doch ab und zu
Seelöwen oder Känguruh
Beehrt mit einem Staatsbesuch,
Wie es vermerkt sein Tagebuch.
Pompejus, einst voll Pracht und Macht,
Hat eins den Römern mitgebracht.
Ein andres, aber auch nur solo,
Sah dann viel später Marco Polo,
Der bei den Indern und Chinesen
Vor dreizehnhundert schon gewesen,
Und der, als erster Europäer,
Beschrieben auch das Nashorn näher. -
Nach andern tat's schon Martial. -
Und Manuel von Portugal
Hatt' eins von einem Kundschaftsführer.
Das zeichnete dann Albrecht Dürer.
In München gab es lange keins,
Obwohl hier jeder Volksgenoss'
Den andern nennt Rhinozeros...."
aus Eugen Roth's Tierleben





Der Uferpromenade entlang, vorbei an Flamingos und Pelikanen

Along the lakeside promenade passing the flamingos and the pelicans

"Dort sieht man auch Flamingos stehn
Die rosig in die Zukunft sehn,
Trotz der so schauderhaften Zeiten;
Und, wie bei Rilke lesbar, schreiten
Sie einzeln ins Imaginäre -
Was aber doch wohl schwierig wäre
In Afrika, wo zu Millionen
Sie dicht gedrängt die Seen bewohnen..."
aus Eugen Roth's Tierleben






Am Känguruhgehege
At the kangaroo enclosure 

"Die Beuteltiere gab's einmal
Sogar bei uns in großer Zahl.
Doch sind, woran wohl niemand deutelt,
Wir längst schon völlig ausgebeutelt. 
...
Von diesen Beuteltieren allen
Scheint keines ins Gewicht zu fallen -
Nehmt den Spruchbeutel selbst dazu -
Verglichen mit dem Känguruh,
Dem Tier, das - nicht von mir erdacht! -
Leerbeutlig große Sprünge macht.
Es lebt - und heißt drum Makropus -
Von Jugend an auf großem Fuß;
Auch stellt sich's auf die Hinterbeine;
Doch tut es dieses nur zum Scheine,
Denn ängstlich ist der Beutelhas.
Er nährt von Blättern sich und Gras.
Es wird das Riesenkänguruh
Mitunter länger als zehn Schuh.
Im Sitzen selbst hat's Manneshöhe -
Ach, höchstwahrscheinlich hat's auch Flöhe;
Und kann sich, das ist zum Erbarmen,
Nicht kratzen mit den kurzen Armen.
Das Känguruh mißt, neugeboren,
Zwei Zoll vom Schwanz bis zu den Ohren.
Acht Monde es im Beutel lebt,
Bis es den Kopf zum Lichte hebt;
Es hat das Glück, genau genommen,
Gleich zweimal auf die Welt zu kommen.
Der Beutel ihm noch lang auch jetzt
Die Wiege - wie bequem! - ersetzt,
Und, was noch wichtiger, die Windel.
Nachts wird das lustige Schlafgesindel,
Nachdem's im Freien tags getollt,
Schwupps, in den Beutel eingerollt.
Man braucht nicht erst drauf hinzuweisen,
Wie Mutter ist und Kind zu preisen!
Auch uns die Kinder, die wir kriegen,
Meist jahrelang auf dem Beutel liegen...."
aus Eugen Roth's Tierleben




Dies war unser sommerlicher Besuch im Nürnberger Tiergarten. Und, wie jetzt jeder sicherlich mitbekommen hat, hat uns dieser mächtig Spaß gemacht. 
Nicht unerwähnt sollte an dieser Stelle noch bleiben, dass der Tiergarten auch für Familien mit Kindern mit Bollerwägen, Kleinbahn, Kinderzoo, Spielmöglichkeiten usw. vorgesorgt hat, damit's niemandem langweilig wird und der Familienausflug zu einem Familienabenteuer wird. Der Tiergarten hat übrigens das ganze Jahr geöffnet.
This was our summer visit to Nuremberg zoo. And now everyone has certainly realized what great fun we had.
Unmentioned it must be said, that the zoo is well equipped with handcarts, light railway, children zoo, playgrounds etc. for families and their children. So it is not booring for anyone and the family outing becomes a family adventure. By the way the zoo is opened the entire year. 



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